Gelungener Oberligaauftakt

2011-10-03 20:20 von Michael Zeuner

Am gestrigen Sonntag war es soweit: Die Sommerpause war auch für die Oberligatruppe vorbei. Dabei stand gleich ein Spitzenspiel auf dem Programm und wir durften uns mit dem Setzlistenersten, der USG Chemnitz, auseinandersetzen. Da die Stärke des Teams nicht gerade das frühe Aufstehen ist, entschieden wir uns am Vortag anzureisen und den Teamgeist mit einem gemeinsam zubereiteten Abendessen (Vilen lernte die schnelle Variante des mundgerechten Salatzerkleinerns) zu stärken und die Bündelung der schachlichen Kompetenz zur Vorbereitung der hinteren Bretter zu nutzen. Das Letzteres auch eher symbolischen Nutzen hatte, erkannte Johannes schon am Samstag, als er den Nutzen einer Vorbereitung bestritt. Die Aufstellung der Westsachsen gab ihm Recht, ich allerdings habe nun die Grundzüge einiger neuer Eröffnungen parat und werde sicher in den Folgerunden davon profitieren ;-)

Ausgeschlafen und mit einem ausgewogenen Frühstück (Nudeln vom Vortag kamen bei manch einem auch auf den Teller...) gestärkt, begaben wir uns pünktlich zum Spiellokal und ließen uns dabei auch nicht von einer Umleitung irritieren. Dort waren bei unserer Ankunft relativ viele junge Gesichter zu sehen, was mich aber vorerst nicht weiter verwunderte. Das Spiellokal war angenehm groß und hell, wenn gleich wir bei dem Sonnenschein lieber im Innenhof gespielt hätten. Vermisst habe ich allerdings die schönen Holzbretter. Naja, die gibt es ja beim nächsten Spiel wieder ;-)

Nachdem ich auf dezente Nachfrage beim Schiedsrichter dann unsere Aufstellung abgeben durfte, erwartete uns die erste Überraschung. Chemnitz spielte gefühlt nur mit den Spielern an den ungeraden Setzlistenpositionen. Durch geschicktes Einschleusen unserer Mitglieder beim zeitgleich stattfindenden Turmopen wußten wir zwar, dass wir nicht mit der stärksten Aufstellung rechnen mussten, aber das wir nun an fast jedem Brett in der Favoritenrolle waren, überraschte uns schon etwas. Edelfan und Fotoreporter Thomas traf auch pünktlich ein und zeichnete sich für die Teamfotos in neuem Outfit verantwortlich. Vor allem das Bild nach dem Kampf wird, zumindest ob der stetigen Verschiebung von Motiv und Fotograf, sicher einen Preis gewinnen.

Genug der Vorrede: In den ersten drei Stunden tat sich fast nichts. Einzig bemerkenswert war, dass auch Effi nach drei Zügen aus der Vorbereitung war. Ein Schicksal, dass alle anderen schon vor dem ersten Zug ereilte. In der vierten Stunde gingen wir dann in Führung. Johannes jagte die etwas früh nach vorne eilende Dame seines Gegners unter Ausdehnung des kontrollierten Raumes übers Brett und dann wieder zurück. Berührt, geführt stellte dann eine Figur ein und brachte uns in Führung. Kurze Zeit später stellte Tatjana die Suche nach Vorteil ein und steuerte einen halben Punkt bei. Flash, Maria und Guido standen derweil leicht bis klar besser, während Vilen und Effi ums Remis kämpften. In der Zeitnotphase konnte der ML den zweiten Fehler des Gegners bestrafen und die Zeichen auf Sieg stellen. Flash verdichtete im Endspiel derweil seinen Vorteil souverän weiter, während Maria ein strategisches Qualitätsopfer übersah und unter Druck geriet. Guidos Vorteil verflachte dazu noch im Endspiel etwas, da sich die Bauernanzahl stark reduzierte und sein Läufer die falsche Farbe hatte. Es wurde also wieder etwas spannend. Vilen hielt das Remis, Guido bestrafte den letzten Fehler konsequent und auch an 8 stand die 1. Als denn auch Flash, die aus meiner Sicht souveränste Partie gewann, war das Ziel bereits um einen halben Punkt übererfüllt. Bei Effi nützte auch die nach der Zeitkontrolle eingelegte halbstündige Suche nach einer Rettung im Endspiel leider nichts. Maria hatte dabei etwas mehr Fortune und vollendete nach gut sechs Stunden den 5,5-2,5 Sieg.

Fazit: Plan übererfüllt, aber noch leichte Steigerungsmöglichkeiten für die Heimpremiere in drei Wochen, bei der wir die Nummer 3 und 4 der Setzliste in der Jugendherberge begrüßen dürfen, die beide empfindliche Niederlagen in der 1. Runde hinnehmen mussten und deshalb wohl besonders motiviert sein werden.

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